Eiszeit für den Schmerz

Unter großem viralen Beifall sprach Fußball-Nationalspieler Per Mertesacker nach dem WM-Achtelfinale Deutschland gegen Algerien 2014 davon, dass er sich nun „erst einmal drei Tage in die Eistonne legen“ wolle. Auch wenn Mertesackers Wutrede an sich den eigentlichen medialen Hype verursachte, so wurde die Eistonne für Viele erstmals zum Begriff und gelangte binnen weniger Stunden zu Bekanntheit.

Es geht um Therapie. Es geht um Regeneration. Mit extremer Kälte.

Seit Januar 2017 erwarten Sie in Lans ganzjährig niedrigste Temperaturen, wenn unser Stammhaus in Tirol nach 8-monatigem Um- und Neubau wieder seine Pforten öffnet. Dann nämlich auch mit einer medizinischen Kältekammer. Ganzjährig -110°C. Ja, Sie haben tatsächlich richtig gelesen. -110°C – für Schmerzfreiheit. Aber fangen wir von vorne an...

Das Wort Kryo stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Eis, Frost, Kälte“. Die Kryotherapie bezeichnet folglich eine medizinische Kältebehandlung. Schon der wohl bekannteste Arzt der Antike, Hippokrates (460-377 v.Chr.) erwähnte in seinen Schriften, dass Kälte zur Therapie gereichte.

Was macht Kälte mit unserem Körper?
Kälte dämpft Entzündungen aller Art. Die Gefäße verengen sich, die Haut wird weniger stark durchblutet, das Schmerzempfinden nimmt ab. Weiterhin hat Kälte Auswirkungen auf die Skelettmuskulatur: diese wird reguliert, Muskeldurchblutung und Stoffwechsel der Muskeln werden verbessert.

Formen der Kältetherapie
Neben lokalen Methoden der Kryotherapie, z.B. mittels Kältekompresse, Wickel oder Kältespray, kommen mittlerweile auch Ganzkörper-Therapien zum Einsatz.
Da wäre zum einen die bereits erwähnte Eistonne, bzw. das so genannte Eistauch- oder Eisteilbad, bei dem bestimmte Körperteile teilweise oder ganz für mehrere Minuten in etwa 1° bis 12°C kaltes Wasser getaucht werden. Bekanntester Vorläufer: die im 19. Jahrhundert entwickelten und nach ihrem Namensgeber benannten Kneipp-Kuren. Bekannteste Anwender: Profi-Sportler. Siehe Per Mertesacker. Hier wird die Therapie bereits flächendeckend zur Verkürzung der Rehabilitationszeiten, zur Vermeidung des Übertrainings und zur Leistungssteigerung wie auch Schmerzbehandlung eingesetzt.
Unter der Ganzkörperkältetherapie (GKKT), wie sie ab Januar 2017 auch in Lans verfügbar sein wird, wird die kurzfristige Anwendung extremer Kälte auf die gesamte Körperoberfläche verstanden.

Wie wirkt die Ganzkörperkältetherapie?
Ähnlich wie bei einem Eisbeutel hemmt der Ganzkörper-Kälteschock die Schmerzweiterleitung in den Nervenbahnen und verlangsamt die Vermehrung der Entzündungszellen im Blut. Anwendungsgebiete der GKKT in der Medizin sind daher u.a.:

Rheuma
Arthrose
Sportverletzungen wie Tennisellenbogen oder Entzündungen der Achillessehne
Chronische Schmerzzustände
Schuppenflechte und Neurodermitis
Burnout Syndrom, Depressionen, Schlafstörungen
Alters- bzw. stressbedingte Funktionseinschränkungen des Immunsystems
Über Kontraindikationen für die GKKT – z.B. Bluthochdruck oder ein weniger als sechs Monate zurückliegender Herzinfarkt – klärt der Arzt entsprechend auf.

Wie läuft die Therapie in der Kältekammer ab?
Die Kammer wird in Badebekleidung betreten. Dabei sind die Patienten mit Mund- und Ohrenschutz, Handschuhen, dicken Socken und festem Schuhwerk geschützt. Zuerst erfolgt ein Aufenthalt in den Vorkammern bei -10°C und bei -60°C, dieser dient der Akklimatisierung. In der eigentlichen Kältekammer bei -110°C dauert der Aufenthalt zwei bis vier Minuten. Dabei sollte langsam gegangen werden und die Atmung sollte flach und leicht sein. Während des gesamten Aufenthalts besteht (Sicht-)Kontakt zum anwesenden Therapeuten. Die Anzahl der Behandlungen richtet sich nach Art der Beschwerden und dem angestrebten Ziel der Therapie.

Und nun auch in Lans. Wenn Sie Interesse oder Fragen bzgl. der Behandlung haben, kontaktieren Sie uns gerne!