10. Lanser Symposion: Internationale Spitzenmediziner präsentierten neueste Erkenntnisse zur Gen-Diagnosik, Schlafmedizin und zum Burn-out-Syndrom

Lans/Innsbruck. – Auf Einladung des Instituts für Regenerationsforschung fand vom 9. bis 10. Juni 2009 das „10. Lanser Symposion“ statt. Die hochkarätige Veranstaltung fördert den Dialog zwischen universitären und naturheilkundlich orientierten Ärzten und holte eine Reihe international angesehener Referenten nach Tirol, um gemeinsam über neue präventivmedizinische Diagnostik-Methoden zu diskutieren: unter anderem über die moderne Gendiagnostik und neueste Erkenntnisse aus der Schlafforschung und Nutrigenomik. 

Prävention und Regeneration sind die Schlüssel einer zukunftsorientierten Medizin. Im Bereich der Früh-Diagnostik haben Wissenschaft und Forschung in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Wie lassen sich neueste Erkenntnisse, zum Beispiel aus der noch relativ jungen Gen-Diagnostik, der Nutrigenomik oder der Schlafforschung für eine erfolgreiche Regenerationstherapie einsetzen? Was kann die molekulare Medizin hinsichtlich einer „individualisierten Ernährung“ heute im Bereich der Gesundheitsvorsorge leisten? Wie kann die Präventivmedizin dem sogenannten „Burn-Out-Syndrom“ erfolgreich begegnen? Um Antworten auf diese spannenden Fragen zu finden, trafen sich hochrangige Experten im congresspark igls zum „10. Lanser Symposion“, das heuer unter dem Motto „Neue diagnostische Früherkennungs-Methoden“ stand.

Unter anderem referierten Europas führender Better-Aging-Spezialist Dr. Michael Klentze, Medizinischer Direktor am Klentze-Institut München, Deutschlands bekanntester Schlafforscher, Prof. Dr. Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitäts-Klinikum Regensburg und Präsident der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf (DAGS), der Lungenfacharzt und Schlafmediziner Dr. Christoph Puelacher, Dr. Joachim Dietz, ärztlicher Leiter des Schwarzwald Medical Center Obertal, Univ. Prof. Mag. Dr. Florian Überall, PhD, Leiter der Arbeitsgruppe Functional Gene Expression Bioinformatics Unit am Biozentrum Innsbruck, Dr. Wolfgang Bayer, Laboratorium für spektralanalytische und biologische Untersuchungen Dr. Bayer GmbH, Dr. Alfred Lohninger, Autonom Health Gesundheitsbildungs GmbH, Allgemeinmediziner Dr. Roland Heber, energetische und spirituelle Medizin Deutschland / Hongkong, Dr. Karin Ebner, Allgemeinmedizinerin und F.X. Mayrärztin am Gesundheitszentrum Lanserhof, Dr. Andreas Rüffer, Labor L+S, Enterosan, Dr. Roland Fuschelberger, Internist und F.X. Mayrarzt am Lanserhof und Nuklearmedizinerin

Dr. Silvia Strolz, Nucmed Innsbruck

 

Mit dem 10. Lanser Symposion hat sich einmal mehr gezeigt, welche Bedeutung der gemeinsame, Disziplinen übergreifende Diskurs für die Weiterentwicklung einer verantwortungsvollen Regenerations- und Vorsorgemedizin hat. 

 

Präventivmedizin integriert moderne Gen-Diagnostik

Wie ist es möglich, älter zu werden und dennoch lange gesund und belastbar zu bleiben? Die Antwort liegt in den Genen. Die moderne Medizin weiß heute, dass auch der Stoffwechsel, der Alterungsprozess und Entzündungsneigungen ganz wesentlich von individuellen, genetisch vorgegebenen Prinzipien abhängen. In den letzten Jahren hat die Gen-Diagnostik daher ihren Einzug in die Anti-Aging- und Präventivmedizin gefunden.

„Obwohl alle Menschen grundsätzlich die gleichen Erbinformationen besitzen, ist der Mensch einzigartig. Diese Einzigartigkeit basiert auf geringfügigen Unterschieden in den Erbinformationen, sogenannten Polymorphismen. Diese individuellen Variationen machen den Menschen für manche Krankheiten anfälliger oder resistenter,“ sagt Dr. Michael Klentze, Medizinischer Direktor am Klentze-Institut in München.

Als Generalsekretär der European Society of Anti-Aging Medicine ist Klentze maßgeblich an der Entwicklung der Anti-Aging Medizin in Europa und an der wissenschaftlichen Weiterbildung der europäischen Anti-Aging-Medizin beteiligt. 

Das Revolutionäre an neuen gendiagnostischen Methoden wie der sogenannten Snips-Methode ist, dass genetisch bedingte Gesundheitsrisiken durch gezielte Maßnahmen minimiert werden können, noch bevor sich die Erkrankung manifestiert.

Durch diese vollkommen neue Methode können bestimmte Krankheiten viel früher erkannt werden als mit bisherigen konventionellen Methoden: zum Beispiel kardiovaskuläre Risiken, Prostata-, Blasen- und Nierenerkrankungen, Brustkrebs- und Prostatakrebsrisiken, Alzheimer oder Parkinson.

Diese wegweisenden Erkenntnisse moderner Genforschung gibt Medizinern ganz neue Möglichkeiten der diagnostischen Früherkennung in die Hand. Daher wurde im Lanserhof die profilierte Snips-Methode in die breite Palette ganzheitlicher Diagnostik-Methoden integriert.

Der Schwerpunkt genetischer Diagnostik liegt dabei auf Ernährung und Kardiologie. Mithilfe eines modernen Gen-Tests, den der Gast auf Wunsch selbst daheim durchführt, können die genetischen Risiken hinsichtlich einer Anfälligkeit für

Arteriosklerose, Schlaganfall, Herzkrankheiten und Störungen des Fettstoffwechsels geortet werden.

Außerdem lassen sich jene genetischen Unterschiede identifizieren, die Einfluss darauf haben, wie der Körper Nahrung aufnimmt. Dadurch ist es den Lanserhof Medizinern heute möglich, ein noch individuelleres Ernährungskonzept anzubieten.

 

„Individualisierte Ernährung“: Die Zukunft liegt in den Genen

Experten des noch jungen Forschungszweiges der Nutrigenomik gehen davon aus, dass unsere Ernährung in Zukunft auf unsere Gene zugeschnitten sein wird.

Univ. Prof. Mag. Dr. Florian Überall, PhD, Leiter der Arbeitsgruppe Functional Gene Expression Bioinformatics Unit am Biozentrum Innsbruck, zeichnete im Rahmen des Lanser Symposions ein aktuelles Bild der Möglichkeiten der Nutrigenomik. Seit 2005 forscht Dr. Überall an der Auswirkung von Lebensmitteln und Nahrungskomponenten auf das menschliche Genom.

Nutrigenomik, auch als Nutrition Genomics oder Nutrigenomic bezeichnet, befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen Genom und Ernährung und deren Wirkung auf die Gesundheit. Basierend auf der Erkenntnis, dass Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien, Aminosäuren etc. die Aktivität von Genen regulieren können, sollen Lebensmittel in Zukunft gezielter zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit eingesetzt werden.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Überall kommt zum Schluss, dass von Nährstoffen regulierte Gene bei vielen Erkrankungen eine wesentliche Rolle spielen. Weil das genetische Gerüst jedes Menschen verschieden ist, laufen Stoffwechselvorgänge nicht zwangsläufig bei allen Menschen gleich ab. Zwar sind 99,9 Prozent des Erbguts bei allen Menschen identisch. Die individuellen 0,1 Prozent bestimmen jedoch, wie jeder Einzelne auf Fette oder Vitamine reagiert. Für die Regulation von Cholesterin, beispielsweise, sind zwei spezielle Gene zuständig. Diese Regulation funktioniert bei einigen Menschen besser als bei anderen. 

Die revolutionären Erkenntnisse der Nutrigenomik lassen sich in unterschiedlichen Bereichen für eine erfolgreiche Präventiv- und Regenerationsmedizin der Zukunft einsetzen. „Wir gehen heute davon aus, dass unterschiedliche Erbanlagen dafür verantwortlich sind, dass eine gewisse Diät bei einigen Menschen nützt und bei anderen nicht,“ sagt Dr. Überall. Experten sehen in der Nutrigenomik also noch großes Potential, das es zu nützen gilt.

 

Neue Ansätze zur Behandlung von Schlafstörungen

Deutschlands bekanntester Schlafforscher, Professor Dr. Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitäts-Klinikum Regensburg und Präsident der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf (DAGS) und der Lungenfacharzt und Schlafmediziner Dr. Christoph Puelacher referierten über die neuesten Erkenntnisse im Bereich Schlafstörungen, über Diagnostik und Therapie. 

Wie aktuell dieses Thema ist, zeigen die statistischen Zahlen: Derzeit leiden 10 bis 15 % der Gesamtbevölkerung an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung. Die Tendenz ist steigend. Und 42 Prozent der Menschen in Mitteleuropa klagen über gestörten Schlaf, Großstädter sind besonders betroffen.

Die Folgen chronischer Schlafstörungen werden häufig unterschätzt. Sie äußern sich nicht nur in reduzierter Leistungsfähigkeit, sondern auch in schwerwiegenden somatischen und psychischen Folgeerkrankungen. 

Von den insgesamt 88 verschiedenen Formen von Schlafstörungen ist die häufigste die sogenannte Insomnie, das heißt die Ein- und Durchschlafstörung. Sie tritt meist als insomnisches Syndrom im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf.

„Bei der Behandlung der Ein- und Durchschlafstörung ist ein multimodaler Therapieansatz angezeigt. Dieser beinhaltet nicht nur schlafhygienische Maßnahmen, sondern auch verhaltenstherapeutische Verfahren und medikamentöse Therapien,“ sagt Schlafforscher Prof. Dr. Jürgen Zulley. Zulley war einer der Ersten, der am Max-Planck-Institut in München den Zusammenhang zwischen dem Schlaf und den biologischen Rhythmen erforschte.

Neue Studien aus der Schlafforschung weisen darauf hin, dass die Insomnie als Vorstufe einer Depression angesehen werden kann. Bei der Behandlung der Insomnie können daher Therapiestrategien der Depressionsbehandlung übernommen werden. Hierzu gehört auch die stärkere Beachtung des Tagesgeschehens in der Therapieplanung.

„Als weiterer neuer Therapieansatz ist die Änderung der Erwartungshaltung der Patienten zum Schlaf zu sehen. Der Stellenwert präventiver und ganzheitlicher Maßnahmen muss in Zukunft stärker betont werden. Dazu gehören auch die Bereiche Ernährung und Bewegung,“ sagt Dr. Zulley.

Um den Schlaf zu qualifizieren, steht den Schlafmedizinern die moderne Polysomnografie zur Verfügung. Mithilfe dieser innovativen Hochtechnologie kann ein individuelles Schlafprofil erstellt werden, das eine präzise Diagnose und darauf aufbauend eine individuelle Therapie bei Schlafstörungen ermöglicht.

Am Gesundheitszentrum Lanserhof wird die ambulante Polysomnografie bereits seit 2001 erfolgreich zur Diagnostik von Schlafstörungen eingesetzt. Die enge Zusammenarbeit zwischen Arzt, Koch, Physiotherapeut, Trainer und Schlafmediziner erlaubt eine ganzheitliche Regeneration.

Schlafmediziner und Lungenfacharzt Dr. Christoph Puelacher ging im Rahmen des 10. Lanser Symposions der Frage nach, welche Rolle die Ernährung im Hinblick auf Schlafstörungen und Schlafdysbalancen spielt. 

Nahrungsmittelassoziierte Schlafstörungen können insbesondere bei Intoleranzen und Allergien auftreten. Histamin- oder Kohlehydrat-Intoleranzen, beispielsweise, können negative Auswirkungen auf die Schlafqualität haben und sowohl eine Insomnie als auch eine Hypersomnie, eine übermäßige Tagesmüdigkeit, zur Folge haben.

Eine Vielzahl von Krankheiten und Mangelzuständen können per se zu Schlafstörungen führen. So treten Störungen im Eisenstoffwechsel gehäuft mit dem sogenannten restless legs syndrom auf - umgangssprachlich bekannt als Zappelbeine. Lungenerkrankungen führen nicht selten zu Durchschlafstörungen in den frühen Morgenstunden.

  

Neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten beim Burn-Out-Syndrom

Die moderne Stressforschung geht davon aus, dass einem Burn-Out-Syndrom sowohl psychische als auch organische Ursachen zugrunde liegen können. In den Bereich der psychischen Ursachen fällt der inadäquate Umgang mit den vielfältigen Reizen des täglichen Lebens, was wiederum körperliche Symptome hervorruft. Organische Ursachen betreffen Stoffwechselstörungen, wie zum Beispiel das Metabolische Syndrom, Lebererkrankungen oder das breite Spektrum hormoneller Defizite.

Obwohl die Diagnose nur in einem Ausschlussverfahren gestellt werden kann, ist das Burn-Out-Syndrom eine abgrenzbare, klinisch bedeutsame Störung, deren Ursachen und Behandlungen heute im Brennpunkt intensiver Forschungsbemühungen stehen.

Dr. Joachim Dietz, ärztlicher Leiter des Schwarzwald Medical Center Obertal, informierte in seinem Referat über praxiserprobte Therapieformen.

Die moderne Burn-Out-Therapie beruht dabei auf einem 4-Säulen-Prinzip aus Bewegung, Ernährung, Vitalstoffen und einem förderlichen Umgang mit Stress, kombiniert mit Akupunktur.


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